How to: Wie meine KaKAO-Karte “Frühlingsnachmittag” enstanden ist

Da ich für die Gewinnerin meiner letzten Verlosung nach langem mal wieder eine KaKAO-Karte gezeichnet habe, zeige ich euch heute ein bisschen zum Entstehungsprozess dieser Karte.

Was sind KaKAO-Karten?

Wer noch nie von diesem Kartenformat gehört hat, denkt natürlich erst einmal das leckere Heißgetränk – mir ging es da nicht anders. Über diesen Begriff bin ich vor einigen Jahren gestolpert, als ich mir schöne Illustrationen angeschaut habe, die auf Künstler-Plattformen wie deviantart hochgeladen wurden.

Neugierig geworden, was es damit auf sich hat, habe ich Freund Google bemüht und so schnell das Forum der deutschen KaKAO-Karten-Community gefunden. Und dort fand ich dann auch endlich heraus, was ich mir genau unter einer KaKAO-Karte vorstellen kann:

“KaKAO” ist die Abkürzung für “KartenKunst, Auflagen und Originale” und bei diesen Karten geht es zumeist um Originalillustrationen im Format 6,4 x 8,9cm, die Zeichner untereinander tauschen, verkaufen oder in Wichtelrunden verschenken können.

Erfinder dieser kleinen Kunstwerke ist der Schweizer Künstler M. Vänçi Stirnemann, der 1996 für eine Ausstellung 1.200 dieser Karten bemalte. Zum Ende seiner Ausstellung ermunterte er Besucher, selbst Karten zu erstellen und sie mit ihm zu tauschen – damit war der Trend der “Artist Trading Cards” geboren.

Der Gedanke, kleine Zeichnungen zu erschaffen und mit anderen Kreativen zu tauschen gefiel mir so gut, dass ich selbst seit 2012 zu der Gemeinschaft der KaKAOler gehöre – auch wenn ich bei weitem nicht so häufig neue Karten erstelle wie andere das tun.

So kann man wunderbar neue Motive oder Zeichenmedien ausprobieren, da eine KaKAO-Karte natürlich wesentlich schneller fertig ist als eine große A4-Illustration. Zugleich kommt über die Jahre eine hübsche, kleine Sammlung zustande, in der man sich (so wie ich) auch ganz bewusst auf Lieblingsmotive oder Charaktere konzentrieren kann.

Es ist wirklich spannend zu sehen, wie verschieden Künstler ein bestimmtes Thema umsetzen. Und es gibt nichts schöneres, als neben den üblichen Rechnungen oder Werbesendungen auch mal wieder einen “echten” Brief im Postkasten vorzufinden, wenn ein Tauschbrief angekommen ist.

Wer das ganze also auch mal ausprobieren will, sollte wirklich im KaKAO-Forum vorbeischauen – neben bloßen Forenaktionen kann man sich auch regelmäßig mit der Community zu einer Zeichensession vor Ort treffen. Alle weiteren Infos dazu, was man zB. beim Erstellen einer Karte beachten sollte, findet ihr ausführlich im Forum, darum gehe ich darauf an dieser Stelle erst einmal nicht weiter ein. 🙂

Wie eine KaKAO-Karte entsteht

Sophia-Fendel-Kakao-Karte-0Hier gebe ich euch mal einen kleinen Einblick, wie die KaKAO-Karte für die Gewinnerin meiner letzten Verlosung auf Facebook und Instagram entstanden ist. Die Teilnehmer konnten in einem Kommentar ihre Lieblingsjahreszeit und ihr Lieblingstier nennen.

Die Gewinnerin erhielt dann schließlich ein Kartenmotiv, dass diese beiden Themen kombiniert – in diesem Fall also “Frühling” und “Hase”. Eine schöne Kombination, die mir viel Spaß gemacht hat!

Bevor ich mit der Skizze begann, habe ich die KaKAO-Kartenmaße genau abgemessen und schon einen festen Rahmen mit Fineliner vorgezogen. Dann ging es ans skizzieren und damit ich verschiedene Bildteile besser auseinander halten konnte, entstand die Skizze mit verschiedenfarbigen Color Eno-Druckbleistiften.

Wenn ich mit der Skizze zufrieden bin (was bei mir manchmal etwas dauern kann 😉 ), wird alles noch einmal mit einem dünnen Fineliner in der Stärke 0.1 nachgezogen.

Und dann kann es auch schon mit der eigentlichen Coloration losgehen!

Sophia-Fendel-Kakao-Karte-2Meistens probiere ich neben dem Bild erst einmal verschiedene Farben aus, um zu sehen, wie sie auf dem Papier wirken. Wenn ich dann die Farben gefunden habe, die meinen Vorstellungen entsprechen, wende ich sie Schritt für Schritt auf meinem Bild an.

Das Hauptmedium bei traditionellen Bildern sind für mich nach wie vor die tollen Polychromos-Buntstifte von Faber Castell – die haben einfach einen herrlich leuchtenden Farbauftrag und man kann wunderbar mehrere Farbschichten übereinander auftragen.

Da ich für dieses Frühlingsbild keine zu dunklen Farben verwenden wollte, habe ich mich für weiße Häschen entschieden – und damit sie es gemütlich haben, habe ich sie unter einen blühenden Fliederbusch gesetzt. 😉

Frühlingsbilder tauchen bei mir als Motiv nicht allzu oft auf, darum habe ich mich gefreut, dass ich mich bei dieser Gelegenheit wieder einmal daran versuchen konnte.

Sophia-Fendel-Kakao-Karte-3Nachdem die Coloration fertig war, wurde ein passendes Motivpapier herausgesucht, dass zur Rückseitenverstärkung dient. Um zu vermeiden, dass beim Zusammenkleben von Vorder-und Rückseite irgendwelche Leimspuren auf das Bild gelangen, lasse ich immer einen großzügigen Rand drumherum.

Wenn die Karte dann für eine Weile unter einem Stapel meiner dicksten Bücher festgepresst wurde, schneide ich die Karte schließlich zu ihrem eigentlichen Format zurecht.

Und so sah dann das Endergebnis aus:

Sophia-Fendel-Kakao-Karte-Hase-Frühling

Kanntet ihr KaKAO-Karten bereits oder seid vielleicht selbst schon fleißige Sammler? 🙂

 

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